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Feuchteschutz

Feuchteschutztechnische Maßnahmen haben zur Aufgabe, Ihr Gebäude gegen Durchfeuchtung zu schützen. Hierzu zählt der Schutz bei Beanspruchungen durch Niederschläge, Bodenfeuchtigkeit, nichtdrückendes Schichtenwasser, drückendes Grundwasser. Einer der wichtigsten Aspekte beim Holzhausbau ist die Beanspruchung durch Wasserdampfdiffusion. Die praktische Notwendigkeit einer diffusionsoffenen Bauweise soll Ihnen nachfolgend näher erläutert werden.

Relative und absolute Luftfeuchtigkeit

Luft besteht aus einem Gemisch von trockener Luft und Wasserdampf. Der Wasserdampfgehalt ist abhängig von der Temperatur der Luft.
Je wärmer die Luft ist, um so mehr Wasserdampf, also Feuchte, kann aufgenommen werden.

absolute Luftfeuchte

 

relative Luftfeuchte

gibt an, wie viel Feuchtigkeit (bezogen auf einem Kubikmeter Luft) ausmacht.

 

gibt an, wie viel Prozent die derzeitige Feuchtigkeit vom maximalen Wasserdampfgehalt bei gleicher Temperatur ausmacht.

Enthält die Luft also so viel Feuchtigkeit wie sie maximal aufnehmen kann, beträgt die relative Luftfeuchte 100%. Ab diesem Zeitpunkt kann die Luft nicht mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Sie ist gesättigt; überschüssige Feuchte Kondensiert.

Praxisbeispiel: Warum beschlägt der Spiegel im Badezimmer nach dem Duschen ? Die warme Luft, gesättigt mit Wasserdampf, kühlt sich an der kälteren Spiegeloberfläche ab. Da die kältere Luft nicht so viel Wasserdampf aufnehmen kann, kondensiert der überschüssige Wasserdampf am Spiegel.

 

Konvektion und Diffusion von Wasserdampf

Definitionen:

Konvektion: In der Bauphysik wird darunter eine Wärmeübertragung zwischen einem Bauteil und der daran vorbeiströmenden Luft verstanden.

Diffusion: Ist das Wandern von Wasserdampf, verursacht durch eine thermische Eigenbeweglichkeit.

Einfach erklärt: Konvektion tritt lokal konzentriert bei undichten Gebäudeanschlüssen auf, während Diffusion großflächig von den einzelnen Bauteilschichten anhängt.

Beschrieben wird die dampfbremsende Wirkung eines Baustoffes durch den Dampfdiffusionswiderstand. Multipliziert mit der Bauteildicke ergibt sich die sogenannte Wasserdampfsdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd [m] (einfacher "Diffusionssperrwert"). Dampfdiffusionsoffene Bauteile zeichnen sich dadurch aus, dass die durch Diffusion eingedrungene Feuchtigkeit wieder ausdiffundieren kann. Für die Außenbauteile ist hierfür ein rechnerischer Nachweis der Tauwasserfreiheit zu führen. Ausnahme: der innere sd-Wert beträgt das 8 - 12-fache des Äußeren.

Jedoch haben Untersuchungen haben ergeben, dass die Ursache für den Großteil der Bauschäden Feuchteeintrag durch Konvektion ist. Strömt durch undichte Bauteilanschlüsse feuchtwarme Luft, kühlt sich diese im Bauteilquerschnitt ab. Bei Überschreitung der Taupunkttemperatur entsteht konvektionsbedingte Feuchtigkeit.


Die Konsequenz
- Luftdichtheit

Die Funktionsweise einer beruht auf den Lufteinschlüssen im Dämmmaterial. Denn nicht das Material an sich (Zellulose, Flachs, etc. ) dämmt, sondern die darin eingeschossenen Luftkammern. Die Voraussetzung für die Funktion dieser Luftkammern ist die Verhinderung einer Luftbewegung (siehe Modellskizze). Übertragen wir dieses Modell auf die Bauteile unseres Holzhauses, so muss innen und außen eine Luftdichtung vorgesehen werden. Man spricht diesbezüglich bei der Innenseite von einer luftdichten Schicht und bei der Außenseite von einer Winddichtung. Zur Vermeidung von konvektionsbedingten Feuchteeintrag ist auf die Ausführung der luftdichten Schicht größten Wert zu legen. Diese Luftdichtigkeit, welche zudem erheblich zur Heizkosteneinsparung beiträgt, garantieren wir mit dem Blower-Door-Test.


Die Garantie
- Blower-Door-Test

Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird mittels des Blower-Door-Testes (gemäß DIN EN 13829) ermittelt. Bei der Prüfung wird mit einem in eine Außenwandöffnung (z.B. Haustüre) eingebauten Gebläse eine Druckdifferenz von 50 Pascal zwischen dem Gebäudeinneren und der Außenluft erzeugt. Indikator der Luftdichtigkeit ist der sich dabei einstellende Luftwechsel pro Stunde.

Die Prüfung der Gebäudehülle mittels dem Blower-Door-Test sollte frühzeitig nach dem Einbau der Fenster und Türen gemacht werden. Der bei einem Unterdruck von 50 Paskal gemessene Luftvolumenstrom [m³/h] wird auf das Nettovolumen [m³] umgerechnet. So entsteht der sogenannte n50 - Wert.

 

 

 

 

 

 

 

Das Resultat - Behaglichkeit

Das Resultat unserer Maßnahmen zum Feuchteschutz ist ein besonders hohes Behaglichkeitsempfinden in unseren Holzhäusern. Denn hierfür ist im wesentlichen die Differenz der Luft- und Raumoberflächentemperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit verantwortlich.

Vom Menschen werden Temperaturen zwischen 17 und 24°C als behaglich empfunden. Wichtig dabei ist, dass der Unterschied zwischen der Lufttemperatur und Raumoberflächentemperatur nicht mehr als 3°C betragen sollte, da dies zu einer Temperaturasymmetrie führt, welche wiederum als äußerst unangenehm empfunden wird. Dieser Aspekt findet bei hochgedämmten und luftdichten EG-Holzhäuser vollste Beachtung und garantiert Ihr Wohnfühlklima !

Ferner erhöhen unsere mit höchster Präzision gefertigten sichtbaren Decken- und Dachkonstruktionen Ihr persönliches Behaglichkeitsempfinden.

          

 

 Feuchteschutz.JPG 

Bildquelle: Informationsdienst Holz - Funktionsschichten und Anschlüsse für den Holzbau Das eigentliche Problem: Bauschäden durch Konvektion

 

Bauherrn - Info:
Tauwasserbildung an Wänden

Der Grund hierfür liegt darin, dass nicht alle Baustoffe mit Feuchtigkeit umgehen können. Maßgebend sind diesbezüglich die sorptiven Eigenschaften des Baustoffes. Sorptive Baustoffe können schnell große Mengen an Feuchte aufnehmen und später wieder langsam abgeben. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf das Raumklima aus, sondern verhindert auch Schimmelwachstum. Sorptive Baustoffe sind beispielsweise alle Holzprodukte, Gips, Zellulose. Nicht sorptiv sind Folien, Schäume, Mineralfaserdämmung, Lacke und dichte Beschichtungen.

Die Konsequenz für das EG-Holzhaus: auf diese Produkte wird bei uns verzichtet !

 

 

Unser Konzept durch Diffusionsoffenheit:
Bei der äußeren Beplankung der Bauteile mit Holzfaserplatten kann an den Diffusionssperrwert besonders niedrige Anforderungen gestellt werden. Grund hierfür ist die hohe Eigendämmung und der geringe Diffusionswiderstand. Nach DIN 4108 reichen bei dieser Konstruktion innere sd-Werte von 1m aus.

Unsere Grundkonstruktion von innen nach außen:

Material   Dicke   m-Wert   sd-Wert
OSB   0,015 m   200   3,0
Zellulose   0,200 m   2   0,4
Holzfaser   0,060 m   5   0,3

 

Durch den 10-fachen sd-Wert der OSB-Platte gegenüber der Holzfaserdämmplatte sind unsere Konstruktionen auch ohne rechnerischen Nachweis Diffusionsoffen!

 

 

 

 
Das Prinzip der Wärmedämmung

Nur gegen Luftbewegung geschützte Lufteinschlüsse dämmen !
 

Bildquelle: aus "Konstruktionen mit Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen; KNR"

 

 

 

 

 

Das Prinzip des Blower-Door-Testes:

Prinzip2.GIF

Bildquelle: RWE-Energie

Mittels eines in die Eingangstür eingebauten Ventilators werden Druckdifferenzen von 10-60 Pascal erzeugt. Die nach DIN maßgebende Luftwechselrate n50 wird bei 50 Pascal ermittelt.
Gebäude mit Fensterlüftung:
n50 = 3,0 (h-1)
Gebäude mit raumlufttechnischen
Anlagen:
n50 = 1,5 (h-1) (empfohlen 1,0)
Passivhaus: n50 < 0,6 (h-1)

 

 

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