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Der bauliche Schallschutz gehört zu den wichtigsten Schutzzielen in Wohngebäuden, da dieser maßgeblich das Wohlbefinden und die Gesundheit des Bewohners beeinflusst. Physiologisch wirkt sich Lärm nachweislich negativ auf die Magen- und Darmfunktion, die Durchblutung der Herzkranzgefäße, der Kreislauffunktionen und der Wahrnehmung aus. Der Schall wird in Dezibel (dB) gemessen. Die Hörschwelle des Menschen liegt bei 0 dB, die Schmerzgrenze bei 130 dB. Eine Erhöhung des Schallpegels um 10 dB wird vom Menschen als Verdoppelung des Lärms empfunden.

Gesetzliche Anforderungen und zivilrechtliche Regelungen

Die Anforderungen an den baulichen Schallschutz sind in der DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" definiert. Die Norm unterscheidet mit Bezug auf die Geräuschquelle zwischen dem Schutz von Aufenthaltsräumen vor Schallübertragung aus fremden Räumen (Luft- und Trittschallschutz) und den Schutz vor Immissionen durch haustechnische Anlagen und Außenlärm (Lärmschutz).

Luftschallschutz

Als Luftschall bezeichnet man den sich in der Luft ausbreitenden Schall. Mit dem Schalldämm-Maß R beschreibt man die Luftschalldämmung von Bauteilen. Der Luftschallschutz von Gebäuden ergibt sich für Innenwände durch das Zusammenspiel der raumbegrenzenden Wand / Decke und deren flankierenden Bauteilen. Im Holzbau ist die ausreichende Schalldämmung durch eine geeignete Beplankung, einem ausreichenden Abstand zwischen den Schalen und die Hohlraumdämpfung zu erreichen. Ferner ist die Schalldämmung besser, je elastischer die Kopplung zwischen den Schalen und dem Holzständer ist.

Trittschallschutz

Unter Trittschall wird in der Bauphysik der durch Begehen von Decken erzeugte Körperschall verstanden. Dieser strahlt zum Teil direkt als Luftschall in den darunter liegenden Raum ab oder pflanzt sich in Form von Körperschallwellen fort. Bei der Trittschalldämmung von Holzbalkendecken kommt es darauf an, dass die Deckenoberseite den Schall für die "Rohdecke" weitestgehend dämpft.

 

Lärmschutz

Die Anforderungen der Schalldämmung von Außenbauteilen werden in der Tabelle 8 der DIN 4109 festgesetzt. Dieser orientiert sich an der Lärmbelastung. Auf die in der DIN erläuterten Korrekturwerte der Lärmbelastung in Abhängigkeit der Raumtiefe, Bebauung, etc soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Als Einflussgrößen der Schalldämmung von Außenbauteilen sind folgende Aspekte zu nennen:

 
  • das Gewicht der Konstruktion 
  • die schalldämpfenden Eigenschaften des Materials 
  • die Fugendichtheit 
  • die Biegeweichheit der Zwischenschichten

 

Zur Dämpfung von Schallwellen sind faserförmige Dämmstoffe, wie zum Beispiel Zellulose oder Holzweichfaserplatten besonders gut geeignet. Die oft für den Vollwärmeschutz von Massivhäusern verwendeten Hartschaumplatten hingegen zeigen kein gutes Schalldämpfungsvermögen auf.

Unsere Konstruktionen erreichen ohne zusätzliche Maßnahmen >45dB und genügen somit einem Außenlärmpegel von 71-75 dB, was einem Gebäude von ca. 20m Abstand zu einer städtischen Hauptstraße entspricht (Lärmpegelbereich V). Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die schalltechnische Qualität der Gebäudehüllen im wesentlichen von der Schalldämmung der Fenster abhängig ist. Diese stellen in aller Regel die Schwachstelle der Fassade dar.

Schallschutz im Holzbau

Einen guten Schallschutz im Holzbau bewirken:

 
  • Biegeweiche Schalen (Gipskartonplatten, OSB-Platten) 
  • weiche, federnde Verbindungen (Federschienen, Holzfaserdämmplatten) 
  • Dämmung des Hohlraums mit Flachs 
  • Luftdichte Ausführung 
  • Konstruktive Maßnahmen bei Anschlüssen

 

         

Bauherrn - Info:

Maßnahmen für einen erhöhten Schallschutz

 
  • mehrlagige Bekleidungen
  • doppelte - und mehrschalige Konstruktionen
  • Hohlraumdämmung aller Innenwände


   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luftschall.JPG

Luftschall
D Direktschall, F Flankeneffekt, N Nebenweg, R Reflextion, SSCH Schallschluckende Verkleidung

Koerperschall.JPG

Körperschallbreitung (Quelle: Baukonstruktion, Dierks, Schneider, Wormuth, 4.Auflage)
F Flankeneffekt, N Nebenweg
Bildquellen: Baukonstruktionen, Dierks/Schneider/Wormuth, 4.Auflage

 

 

 

 

 

 


Auch bei der Dämpfung von Schallwellen weißt Cellulose-Dämmung hervorragende Eigenschaften auf.

cellulose.jpg

Bildquelle: Climacell Wir verwenden die Flocken de

Fa. CLIMACELL (www.climacell.de).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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